Saupacker Akela und Balou


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Merle

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Merle


Da unsere Akela schon lange bevor sie bei uns eingezogen ist,
für heiße Diskussionen aufgrund ihrer Fellfarbe
gesorgt hat, möchte ich hier über Grautiger, den Merle- Faktor,
die heutigen genetischen Möglichkeiten und den
aktuellen rechtlichen Stand innerhalb des Hundeverbandes
aufklären.

Die heutigen wissenschaftlichen
Möglichkeiten der Gentests auf diesem Gebiet
eröffnen uns auch, die Entstehung
zufälliger Tiere mit dem Merle- Syndrom
in der Zucht zu verhindern.

Aus diesem Grund dürfen in der Interessengemeinschaft
Saupacker im IHV Hunde, die den Merle- Faktor
aufweisen (augenscheinlich Grautiger und Nachkommen
von Gefleckt-/Grautiger- Hunden) nur mit
nachweislich genetisch negativ auf den Merle- Faktor
getesteten Partnern verpaart werden.



Was ist ein Grautiger???

Ein Grautiger kommt bei manchen Rassen und deren Mischlingen
im gefleckt- schwarzen oder gefleckt- braunen Farbschlag vor.
Die Grundfarben sind Braun oder Schwarz,
das Weiß stellt erst die Fleckung dar.

Grautiger gibt es in vielen Varianten,
die von hellgrau gestichelt über gefleckt mit hell- oder
dunkelgrauer Grundfarbe bis hin zum Grau- Manteltiger gehen.
Also alle Farbvarianten, die die Gefleckten und Schwarzen
tragen können, gibt es auch mit grauer Grundfarbe.

Bei den Doggen wurden diese Welpen bis vor kurzem
als „minderwertig“ entsorgt und totgeschwiegen,
obwohl in jeder Schwarz-Weiß- Zucht auch immer
Grautiger fallen.
Heute gilt diese Farbe europaweit schon als
anerkannte Zuchtfarbe,
die Welpen werden nicht mehr umgebracht oder
als minderwertig verkauft.
Zu hoffen bleibt, daß es auch deutschlandweit
eines Tages so weit kommt...


Grautiger = Gendefekt?

Ein beliebtes Argument der Gegner der Grautiger ist,
dass sie das angebliche „Defektgen“, den Merle- Faktor,
tragen, und damit eine potenzielle Gesundheitsgefahr
für alle Tiere, die aus solchen Verpaarungen entstehen,
darstellen.

Der Merle-Faktor verursacht eine charakteristische
Fellscheckung mit Depigmentierung und irregulärer
Pigmentverteilung in Haar, Haut und Auge.

Richtig ist, dass eine Verpaarung von
Merle- Träger x Merle- Träger
gefährlich ist.
Die daraus entstehenden reinerbigen (homozygoten)
Tiere haben einen Weißanteil von über 50% - 100% im Fell
(Depigmentierung der gesamten Körperoberfläche).
Diese Tiere mit einem extrem hohen "Weiß-Faktor" können
an einem Gen-Defekt leiden,
dem so genannten Merle-Syndrom.

Der Weißanteil mischerbiger (heterozygote) Tiere liegt unter 50%.
Er kommt zum Beispiel bei Deutschen Doggen
und Dackeln der Farbe "Tiger",
Border Collies, Pit Bulls, Australien Shepherds, Shelties
und anderen Rassen mit der Farb-Bezeichnung Blue Merle vor.

Bei diesen heterozygoten Tieren konnte bis jetzt nicht
nachgewiesen werden, dass alleine an die Fellfarbe bestimmte
Gen- Defekte gekoppelt sind.

Daneben existieren in vielen Linien sogenannte
„stille Träger“, Tiere, die nicht die typische Färbung
aufweisen, aber Träger und damit auch Vererber
des Merle- Faktors sind.


Da es aber mittlerweile möglich ist, Merle- Träger -Tiere
genetisch zu testen, kann man
im Interesse einer Vergrößerung des Genpools,
dem Erhalt dieser schönen Fellzeichnung
und einer seriösen Weiterzucht mit den Genlabors
zusammenarbeiten und auch die Grautiger in die Zucht
miteinbeziehen.


Unser Deckrüde für Akela (und auch evtl. zukünftige)
ist auf das Merle-Gen negativ getestet.


(zum Vergrößern die Grafik anclicken)

Wenn jeder Züchter diesen vergleichsweise geringen Aufwand
auf sich nehmen würde und alle Hunde mit Doggenanteil
auf das Gen untersucht werden,
hätte man die Gewissheit, dass keine genetisch
kranken Tiere „produziert“ würden.

Nachfolgend nun die Informationen aus dem Genlabor
"Biofocus" zum Thema Merle.



Merle Gen-Test





Die Fellfarbe Merle


Die Fellfarbe Merle zeichnet sich durch eine charakteristische Fellscheckung
aus, wobei Flecken von verdünntem Farbpigment zusammen
mit Arealen voller Pigmentierung vorhanden sind.
Das für die Merle-Färbung verantwortliche Gen bewirkt also eine
Farbverdünnung der normalerweise vorhandenen Farbe.
Aber anders als bei anderen Farbverdünnungsgenen
ist der Effekt nicht auf das gesamte Fell verteilt,
sondern findet sich nur in Flecken,
die über den ganzen Körper verteilt sein können.

Merle hat auch einen Einfluss auf die Augenfarbe. Merle-gefärbte
Tiere können einfarbig braune, einfarbig blaue oder
gemischtfarbige Augen (ein blaues und ein braunes Auge
oder beide Farben in einem Auge) haben.

Die Fellfarbe Merle findet sich in einer Reihe von Hunderassen wie:

Deutschen Doggen, Foxhoundschlägen,
Dackeln, Collies, Dunkerhunden,
Shetland Sheepdogs, Pomeranian,
Border Collies, Pit Bull,
Australien Shepherds, Cocker Spaniel,
Cardigan Welsh Corgies, Chihuahua´s
und Mischlingen.



Ursache

Merle wird durch eine Genveränderung im Silver-Gen (SILV, Pmel17)
verursacht. Dabei handelt sich um ein mobiles
genetisches Element (Retrotransposon), das in das SILV-Gen
integriert vorliegt und so dessen Funktion stört.
Das für die Merle-Färbung verantwortliche defekte SILV-Gen
wird mit M abgekürzt, während das normale SILV-Gen
mit m abgekürzt wird.
Die typische Merle-Fellfarbe entsteht in Tieren, die das
mutierte SILV-Gen heterozygot (mischerbig) tragen (Mm).
Das defekte SILV-Gen (M) weist einen unvollkommen
dominanten Erbgang auf.



Gesundheitliche Folgen

Tiere, die das mutierte SILV-Gen reinerbig tragen (MM, double Merle),
sind hauptsächlich weiß gefärbt und können
schwere Fehlbildungen des Innenohres aufweisen,
die zur Schwerhörigkeit oder Taubheit führen.
Zusätzlich können Fehlbildungen des Auges auftreten,
sowie Anomalien des Reproduktionstraktes,
des Skeletts und Herzens.

Um diese Defekte zu verhindern, sind Merle x Merle
Kreuzungen zu vermeiden.

In Tieren, die e/e am E-Lokus (MC1R) tragen, wird Merle nicht
ausgeprägt. Kreuzungen von Merle-Tieren
mit nicht auf Merle-getesteten e/e Tieren
(Fellfarbe clear red) sollten also auch vermieden werden.
Das gleiche gilt für Fellfarben, in denen Merle schwer
zu identifizieren ist wie z.B. fawn, cream,
dapple und light sable.



Kryptisches Merle

Obwohl selten, kann ein Hund selbst die Merle-Färbung nicht aufweisen,
aber doch die genetische Anlage für Merle tragen
und dann auch Merle Nachkommen produzieren.
Solche Tiere werden als kryptische Merle Tiere bezeichnet.
Es wird vermutet, dass bei kryptischen Merle-Hunden das
mobile genetische Element im SILV-Gen verkürzt ist.

Eine stabile genetische Reversion, d.h. ein spontaner
Verlust der Erbanlage Merle (M) in Nachkommen
von Merle-Trägern ist mit einer (angenommen)
Rate von 3-4% in der Literatur dokumentiert.



Folgende Genotypen sind möglich

Im Befundbericht sind für einen getesteten Hund sechs verschiedene
Ergebnisse möglich:

mm


Das Tier ist reinerbig für das Wildtypallel.
Die Anlage für die Fellfarbe Merle liegt nicht vor.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle.

Mm

Das Tier ist mischerbiger Träger des für die Merle-Färbung
verantwortlichen, defekten SILV-Gens und des Normalgens.
Die Anlage für die Fellfarbe Merle wird mit einer
50%igen Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Merle.


MM

Das Tier ist reinerbiger Träger des für die
Merle-Färbung verantwortlichen, defekten SILV-Gens.
Die Anlage für die Fellfarbe Merle wird mit einer 100%igen
Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Double-Merle

M(c)m


Das Tier ist mischerbiger Träger für das „kryptische“
Merle-Gen und das Normalgen. Das kryptische Merle-Gen
wird mit 50%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle
(heterozygot „kryptisches“ Merle)


M(c)M(c)

Das Tier ist reinerbig für das „kryptische“ Merle-Gen.
Das kryptische Merle-Gen wird mit
100%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Non-Merle
(homozygot „kryptisches“ Merle)


M(c)M

Das Tier ist mischerbig für das „kryptische“ Merle-Gen
und das für die Merle-Färbung verantwortliche Merle-Defektgen.
Das Merle-Defektgen (und das kryptische Merle-Gen) wird
mit 50%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt.

Das Tier hat selbst die Fellfarbe: Merle
(heterozygot „kryptisches“ Merle)


Die Beurteilung Merle/kryptisches Merle erfolgt nach der
aktuellen wissenschaftlichen Literatur
(Clark et al., 2006; PNAS 103(5):1376-81).



Die Zucht mit Merle-Trägern

Für die Zucht ist entscheidend, dass Merle-Tiere
(Mm; tragen ein mutiertes Gen und ein normales Gen)
die Merle-Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%
an ihre Nachkommen weitergeben.
Bei der Verpaarung von zwei Merle-Tieren besteht also die Gefahr,
dass ein Teil der Nachkommen reinerbige, Double-Merle Tiere sind,
die die oben genannten gesundheitlichen Beeinträchtigungen
aufweisen können.

Merle-Tiere müssen aber nicht aus der Zucht ausgeschlossen werden.


Verpaart man diese mit einem mm Tier (trägt zwei normale Genkopien),
können die Nachkommen nur aus Non-Merle (mm) und Merle-Tieren
(Mm) bestehen.

Für den Züchter ist das frühzeitige Wissen um die genetische
Veranlagung seiner Tiere von besonderer Bedeutung.
Der Gentest gibt eine eindeutige Auskunft über das Vorliegen
der genannten Mutation.
Der Züchter kann so unter Berücksichtigung der Information
über die genetische Veranlagung mögliche Anpaarungen
genau planen.


Kreuzungsschema:






Durchführung der Untersuchung

Als Probenmaterial ist ein Backenschleimhautabstrich
oder auch 0,5 ml EDTA-Vollblut möglich.
Über die genaue Probenentnahme informiert ein
gesondertes Informationsblatt. Das Resultat liegt in der
Regel innerhalb von 3 bis 4 Tagen nach Probeneingang vor.
Der Auftraggeber erhält neben einem Laborbefund
auf Wunsch ein kostenloses, auf das Tier bezogenes Zertifikat,
aus dem die genetische Konstellation bezüglich der
analysierten Fellfarbe hervorgeht.
Für das Zertifikat ist die Angabe der Zuchtbuchnummer
oder Chipnummer erforderlich.
Auf Anfrage erhält der Auftraggeber das Entnahmematerial
für einen Backenabstrich kostenlos zugesandt.


Telefon: +49 [0] 2361-3000-121
Fax: +49 [0] 2361-3000-162
Internet: www.biofocus.de
E-Mail: contact@biofocus.de



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